FAQ-ADHS: Die wichtigsten Antworten auf Ihre Fragen

  • ADHS ist in erster Linie neurologisch bedingt. Durch eine (angeborene) Störung des Dopaminspiegels und des Noradrenalinspiegels im Gehirn kommt es bei Betroffenen vereinfacht ausgedrückt zu Problemen bei der Filterung von Reizen und bei der Unterdrückung von Impulsen. In der Folge gibt es häufig mehr oder weniger schwere Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen.
    Wichtig: Die Diagnose ADHS setzt voraus, dass Symptome schon in der Kindheit vorlagen. Wenn nicht, ist eine andere Störung zu diagnostizieren.
  • ADHS zeigt sich sehr individuell.

    Die Kernsymptome sind:

    1.    Aufmerksamkeitsdefizit

    2.    (motorische) Hyperaktivität

    3.    Impulsivität

    Sie treten in unterschiedlicher Ausprägung, bzw. Kombination auf.

    ADHS zeigt sich unter anderem in:

    -       Aufschieben von wichtigen Aufgaben

    -       Konzentrationsschwäche und mangelndes Durchhaltevermögen

    -       Mangelnde Organisation von Leben und Arbeit

    -       Impulsivität und Sprunghaftigkeit

    -       Selbstzweifel, Stimmungsschwankungen

    -       Hoher Energieaufwand, dadurch ständig müde und erschöpft

    -       Flüchtigkeitsfehler und Vergesslichkeit

    -       Kaufsucht, Rauchen, Drogensucht (als schädliche Gegenstrategien)

    -       Beziehungsprobleme

    -       Depressionen, Ängste, Zwänge

    Viele der o.g. Symptome bzw. Beeinträchtigungen treten auch bei anderen Erkrankungen oder Störungen auf. Diagnostisch muss immer zuerst geklärt werden, ob eine andere Erkrankung die Symptome nicht besser erklären kann als eine ADHS-Diagnose. Ein essentielles Kriterium für ADHS ist das Auftreten bereits in Kindheit und Jugend.

  • ADHS wirkt sich meist auf mehrere Lebensbereiche aus:

    Schule und Arbeit
    Misserfolge trotz guter Intelligenz; Schul- und Studienabbrüche

    Finanzen
    Impulskäufe, schlechter Umgang mit Geld, Überschuldung, keine Altersvorsorge

    Gesundheit
    Psychische Störungen als Komorbiditäten.
    Zahlreiche körperliche Erkrankungen wegen Selbstüberforderung und schädlicher Gewohnheiten (z.B. Rauchen, Alkoholkonsum, Essen, Risikoverhalten).
    Häufigere Einschränkung der Erwerbsfähigkeit und Lebensarbeitszeit
    Geringere Lebenserwartung (statistisch bis zu 9 Jahre niedriger)

    Beziehungen
    Häufige Konflikte zum Beispiel wegen Impulsivität. Häufigere Partnerwechsel.

  • Eine ADHS tritt stets bereits in Kindheit und Jugend auf. Früher wurde von vielen angenommen, dass sie im Erwachsenenalter einfach so verschwindet. Wie man heute weiß, trifft das aber in den meisten Fällen nicht zu. Sie zeigt sich lediglich anders.

    Für eine ADHS-Diagnose ist es nie zu spät!
    Viele Probleme und Störungen im Leben eines Menschen werden isoliert bearbeitet und behandelt. Wenn allerdings eine nicht erkannte ADHS als verborgene Grundstörung hinter den Problemen steckt, sind die Maßnahmen oft nicht nachhaltig.

    Ist eine ADHS als Grundstörung aber festgestellt, hat das enorme Auswirkungen auf die Therapiemöglichkeiten. Denn jetzt kann man mehrere Fliegen (Begleitstörungen) mit einer Klappe schlagen.

    Eine fachkundige Diagnostik ist der erste und wichtigste Schritt in die erfolgreiche Behandlung von ADHS.

    Diagnose und Medikation sind oft der Gamechanger, der das gesamte Leben zum Positiven wenden kann. Egal in welchem Alter.

  • In erster Linie mit Medikamenten (denn sie hat ja organische Ursachen). Außerdem mit Psychotherapie, Coaching bzw. über den Erwerb von neuem Wissen und Handlungsstrategien.

    Oft sind nach Aufnahme der Medikation auch keine größeren Maßnahmen mehr erforderlich.
    Ist die Grundstörung erst einmal im Griff, kriegen die Betroffenen es in vielen Fällen selbst gut hin.

  • Nicht jede ADHS ist behandlungsbedürftig. Es hängt u.a. davon ab:

    - wie schwer die Störung ausgeprägt ist
    - wie unterstützend das Umfeld in Kindheit und Ewachsenenalter war
    - welche Bewältigungsstrategien die Betroffenen entwickeln konnten
    - wie stark das Leben beeinträchtigt ist

  • Eine ADHS ist nicht immer nur schlecht. Ist die Ausprägung nicht zu stark und stimmt das Umfeld, kann man auch statt von einer Störung von einem Persönlichkeitszug sprechen.
    Menschen mit ADHS sind oft sehr kreativ, unterhaltsam, charmant, wissbegierig und denken schnell.
    In Gefahrensituationen bleiben sie oft erstaunlich cool und handlungsfähig, wenn andere in Panik sind.

    ADHS´ler finden sich häufig in folgenden Berufen:

    -Künstler
    -Journalisten
    -Feuerwehrleute
    -Polizisten
    -Notärzte

    Leider können viele Betroffene die positiven Aspekte einer ADHS aber  nicht richtig nutzen. Ob das gelingt, hängt unter anderem von der Schwere der Störung ab.

    Und hier noch die gute Nachricht zur Medikation:
    Die Vorteile einer ADHS bleiben auch unter Medikation erhalten.
    Man hat aber jetzt Kontrolle darüber, wie und wann man sie nutzt.

  • Ganz klar „Nein“!
    Man könnte zwar den Eindruck haben, angesichts der vielen Influencer und „Promis“, die sich dazu bekennen. Und ADHS bekommt in den Medien auch gerade sehr viel Aufmerksamkeit.

    Aber die Statistik sagt etwas anderes.
    Viele Studien zeigen mittlerweile, dass konstant ca. 5 % der Bevölkerung von ADHS betroffen sind. Kinder und Jugendliche wahrscheinlich etwas mehr, Erwachsene etwas weniger.

    Laut Daten der Krankenkasse AOK befinden sich aber Stand 2023 nur 0,5 % der erwachsenen Mitglieder in Behandlung. Also nur 10% der mutmaßlich Betroffenen. Selbst wenn man berücksichtigt, dass nicht jede ADHS behandlungsbedürftig ist, kann man also wirklich nicht davon sprechen, dass zuviele Diagnosen gestellt bzw. Therapien durchgeführt werden.

    Zwei Gründe sind wohl für den Eindruck einer Modediagnose verantwortlich:

    Bisher war ADHS bei Ärzten und Psychotherapeuten diagnostisch nicht so präsent und wurde objektiv zu selten diagnostiziert.
    Der Anstieg an Diagnosen spiegelt nur den Nachholbedarf.

    Berufe in Kunst, Kultur und Medien ziehen überproportional viele ADHS´ler an, die sich gerne auch mal ganz impulsiv „outen“.
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  • Häufig gestellte Fragen zu ADHS

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  • Diplom Psychologe Ralf Klinge

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Literaturempfehlungen

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Publikationen zum Thema ADHS.

Neben den wissenschaftlichen Beiträgen und reinen Fachbüchern sind in letzter Zeit eine Menge Bücher erschienen, die der Ratgeberliteratur zuzurechnen sind.

Die Qualität bzw. Brauchbarkeit schwankt dabei erheblich. Ich beschränke mich an dieser Stelle auf einige wenige, dafür aus meiner Sicht herausragende Bücher.  

Für den täglichen Umgang mit ADHS, vor allem im Beruf:

Lachenmeier, H.: „Mit ADHS erfolgreich im Beruf“
(Springer, 2. Auflage 2024)

Das Buch zeigt in leicht verständlicher, gut lesbarer Form und mit einem Schuss Humor, wie man als Betroffener konstruktiv mit ADHS umgeht und sogar Vorteil daraus ziehen kann. Mit vielen praktischen Tipps.

Umfassende Darstellung und Erklärung von Symptomen, Ursachen, Therapiemöglichkeiten:

Krause, Johanne und Krause Klaus-Henning: "ADHS im Erwachsenenalter"
(Schattauer, 2021)

Ein Standardwerk. Das Buch richtet sich sowohl an das Fachpublikum, als auch an Betroffene und sonstige Interessierte. Es ist trotz des hohen fachlichen Niveaus gut lesbar und bietet anschauliche Beispiele. Man muss es nicht zwingend von Anfang bis Ende lesen, sondern kann sich die Dinge heraussuchen, die gerade von besonderem Interesse sind. Das Buch ist auch gut als Nachschlagewerk zu gebrauchen.

Eher was für Profis:

Tebarz van Elst, L.: "Autismus, ADHS und Tics"
(Kohlhammer, 2023)

Wie gesagt, primär als Fachbuch mit einem speziellen Fokus geschrieben. Was mir sehr gut gefällt und weswegen ich es Betroffenen empfehle, ist die Klarstellung, dass z.B. ADHS nicht nur als Störung bzw. „Erkrankung“ gesehen werden muss.  Diese Differenzierung wird klar und mit messerscharfer Logik herausgearbeitet. Ich finde es wichtig, ADHS nicht automatisch mit Krankheit oder Problemen zu assoziieren, sondern auch die möglichen Vorzüge zu sehen.

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In sicheren Händen.

Ihr Anliegen ist mir wichtig.

  • Ich arbeite seit 30 Jahren als Psychologe mit Schwerpunkt auf
    psychologische Diagnostik und Beratung.

  • Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr darüber erfahren, welche Folgen eine unerkannte ADHS für das Leben meiner Klienten hatte. Und durch ADHS in meinem engeren persönlichen Umfeld habe ich hautnah erfahren, was ADHS bedeutet.

  • Ich habe aber auch gesehen, wie sich das Leben der betroffenen Menschen durch Medikation, Psychotherapie oder auch nur durch Training massiv zum Besseren wenden kann. Einfach so...

  • Aus diesem Grund habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, bisher unbekanntes ADHS bei meinen Klienten zu diagnostizieren und ihnen zu Klarheit und einem angemessenen Umgang mit dieser Störung zu verhelfen.

  • Möglicherweise kann ich auch Ihnen behilflich sein. Ich würde mich freuen!

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